Wohnen mit Zukunft – zu Besuch in einer Broitzemer AWO-Einrichtung

In meiner Jugend waren die Besuche bei meinen Großeltern immer ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Nicht nur, weil dort immer selbstgemachter Kuchen und Kakao auf mich warteten. Es waren die besonderen Gespräche und das herzliche Miteinander, was für mich den Zauber ausmachte. Meine Großeltern gaben ihre Lebensweisheiten und Erfahrungen weiter und ließen auf diese Art die Stunden am Nachmittag verfliegen.

Als mich Broitzems Bezirksbürgermeisterin Meike Rupp-Naujok fragte, ob ich sie bei einem Besuch des AWO-Wohnheims „Betreutes Wohnen Broitzem“ begleiten wolle, musste ich nicht lange überlegen. Als wohnungspolitische Sprecherin lerne ich häufig Wohnkonzepte kennen. Auf dieses hier war ich besonders gespannt. Die AWO-Einrichtung ist kein Seniorenwohnheim im herkömmlichen Sinne. Hier wohnen Seniorinnen und Senioren in insgesamt 44 Wohnungen – manche allein, manche zusammen mit ihrem Ehepartner. Im Fokus stehen für die Bewohnerinnen und Bewohner der Einklang ihrer Selbstbestimmung mit der Möglichkeit von gemeinsamen Aktionen.

„Wohnen mit Zukunft“

Was wird aus mir, wenn ich alt bin? Wie komme ich zurecht, wenn mein Partner nicht mehr bei mir ist? Fragen, mit denen sich früher oder später jeder einmal beschäftigt. Auch für die Seniorinnen und Senioren in der Helene-Künne-Allee waren dies entscheidende Fragen bevor sie sich für das „Betreute Wohnen Broitzem“ entschieden. „Wohnen mit Zukunft“, so würden sie sich lieber nennen, erzählten sie mir. Sei der Begriff „Betreut“ doch nur optional. „Solange wir können, machen wir alles selbständig“, erklärte man mir. Und sei Unterstützung in diversen Lebensbereichen notwendig, stünde die AWO mit optionalen Leistungsangeboten zur Verfügung.

„Zuhause ist da, wo man sich wohlfühlt“

Gewohnt wird in barrierefreien Wohnungen mit Küche, Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer und natürlich Balkon oder Terrasse. Jede Wohnung wird von dem jeweiligen Bewohner individuell eingerichtet. Auch ein Gemeinschaftsraum steht zur Verfügung. Er wird sowohl für private Feiern als auch für das tägliche gesellige Beisammensein oder für Veranstaltungen genutzt. Dass dies nicht selten vorkommt, merke ich an diesem Nachmittag sofort. Die Bewohner scheinen sich gut zu kennen, sie lachen viel und vertiefen sich lebhaft in Gespräche. Der Besuch von mir, einer Landespolitikerin, scheint hier nur eine Nebenrolle zu spielen. Mich beeindruckt das sehr. Ich merke, dass sich alle wie zu Hause fühlen. Und auch ich fühle mich wohl.

Auf dem Weg nach Hause denke ich an die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner, die in Deutschland leben. Viele von ihnen müssen mit einer kleinen Rente haushalten. Vermutlich haben die meisten nicht die Chance, in solch einem großartigen Wohnprojekt unterzukommen. Die Anzahl der Plätze ist rar und eine Finanzierung oft nicht machbar. Dies muss sich ändern! Denn nur ein bedarfsgerechtes Zuhause für jeden kann Wohnen mit Zukunft bedeuten.

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