Von Braunschweig nach Großbritannien – Auf Delegationsreise für die Wissenschaft

Früh am Montagmorgen startet meine erste Delegationsreise nach England. Gemeinsam mit Minister Björn Thümler, Mitgliedern des Arbeitskreises Wissenschaft und Kultur, sowie VertreterInnen der niedersächsischen Universitäten besuche ich Oxford und Glasgow. Ziel ist es, im Angesicht des bevorstehenden Brexits, eigene Wege des Landes Niedersachsen für die weitere Zusammenarbeit der Universitäten vorzubereiten.

In Oxford haben wir die Gelegenheit, die Stadt und Universität während einer Führung näher kennenzulernen. Wie auch Braunschweig, kann Oxford auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Die Oxford University ist nicht nur die älteste englischsprachige Universität, sondern gilt bis heute als die Beste der Welt. Die historischen Gebäude und Straßenzüge sind beeindruckend. Man wähnt sich ins Mittelalter versetzt.

Nach einem kleinen Imbiss stürzen wir uns direkt in die Arbeit. Als erstes geht es um Digitalisierung in Bibliotheken. In einem gemeinsamen Kooperationsprojekt arbeiten die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und Oxford bereits erfolgreich zusammen. Im Anschluss hören wir Vorträge zur internationalen Zusammenarbeit im Zeichen des Brexits. Die vielen neuen Eindrücke und Informationen sorgen für angeregte Gespräche beim folgenden Abendessen in der „Old Dinning Hall“.

Am nächsten Morgen stellt sich das Forschungs- und Transferzentrum für Geisteswissenschaften, TORCH, vor. „TORCH“ – was übersetzt „Fackel“ heißt – wurde 2013 ins Leben gerufen, um neue Ideen und Projekte in- und außerhalb der akademischen Welt zu entwickeln. Wenn es um Wissenstransfer geht, wird oft in erster Linie an neue Technologien gedacht. Das Projekt der Universität Oxford zeigt jedoch eindrucksvoll, dass die Geisteswissenschaften viele Erkenntnisse bieten, die für die Gesellschaft wertvoll sind. Ob geschichtliche Zusammenhänge, ethische Diskussionsbeiträge oder Impulse für Musik- und Theaterkultur: Geisteswissenschaften leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Verständigung zwischen Menschen und Kulturen. Auch in Niedersachsen haben wir das verstanden und sind bereit, diese Erkenntnis mit der „Third Mission“ umzusetzen.

Weiter geht es nach Schottland, wo wir in der Universität von Glasgow erwartet werden. Das Treffen dort steht ganz im Zeichen der Kooperation  zwischen Niedersachsen und Schottland. Da durch den Brexit die Kooperationen zwischen Deutschland und Großbritannien ungültig werden, braucht es neue Vereinbarungen.  Der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Professor Friedrich, und sein schottischer Kollege, Professor Sir Muscatelli, unterzeichneten daher ein „Memorandum of Understanding“. Damit wird die Förderung des Austauschs zwischen Studierenden und Wissenschaftlern sowie der Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte gesichert.

Als letzter Programmpunkt unserer Reise besichtigen wir am Mittwoch das „Hunterian“, eines der führenden Universitätsmuseen weltweit. Ein weiteres Highlight unserer Reise mit Vorbildcharakter!

Mit vielen neuen und inspirierenden Eindrücken mache ich mich auf den Rückweg nach Niedersachsen. Die Reise hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie wichtig die internationale Kooperation nicht nur in der Welt der Wissenschaft ist. Auch wenn gerade heutzutage manche Stimmen lautstark nach (nationaler) Abschottung rufen: Nur zusammen sind wir stark!

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