Politische Arbeit im „Corona-Modus“ – Ein Jahresrückblick

Bild: Cornelia Winter

Ein historisches Jahr geht dem Ende zu. Seit die Corona-Pandemie im März Deutschland erreichte, mussten wir alle lernen, mit einer veränderten Normalität zu leben. Auch meinen politischen Arbeitsalltag stellte die Pandemie auf den Kopf: Persönliche Treffen mussten abgesagt werden, Sitzungen waren nur noch digital möglich und statt an Veranstaltungen in meinem Wahlkreis teilzunehmen, fand ich mich im Homeoffice wieder. Vor allem letzteres schmerzte mich sehr, da meine Arbeit vom direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern lebt. Doch schnell stellte ich fest, dass dieser Kontakt nicht abgeschnitten war, ganz im Gegenteil. Zahllose E-Mails und Anrufe erreichten mich. Die Anliegen waren vielfältig: von coronabedingt geänderten Busfahrplänen, über Besuchsrechte in Pflegeheimen und Fragen zu Vereinsaktivitäten. In vielen Fällen konnte ich weiterhelfen. Als Mittlerin zwischen den Bürgern und der Regierung leiteten meine Kollegen und ich die Sorgen, Ideen und Fragen, die uns erreichten, an die Ministerien weiter. So konnten im Laufe des Jahres viele Verordnungen angepasst und abgemildert werden. Im zweimal wöchentlich stattfindenden Sozialausschuss konnte ich diese Impulse aus dem Wahlkreis zusätzlich einbringen. Die Krise ließ Politik und Bevölkerung näher zusammenrücken. Viele erkannten, dass politische Entscheidungen sich ganz direkt auf ihr Leben auswirken – aber auch, dass jeder Einzelne mit der Politik in Dialog treten kann. Diese Erkenntnis, ob neu oder altbekannt, sollte sich fest im Bewusstsein verankern.

Aber nicht nur die Bürgerinnen und Bürger suchten den Kontakt. Als Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur nahm ich bereits zu Beginn der Pandemie Verbindung zu den lokalen Kulturschaffenden auf. Daraus entwickelte sich schnell ein reger Austausch. In regelmäßigen Rundschreiben informiere ich über neue Förderprogramme und Änderungen in den Verordnungen und biete meine Hilfe an. Denn ein Braunschweig ohne breites kulturelles Angebot kann und will ich mir nicht vorstellen. Deswegen werde ich mich auch weiter dafür einsetzen, dass die Maßnahmen bei allen Künstlerinnen und Künstlern ankommen.

In einem der wenigen Außentermine, die ich dieses Jahr wahrnehmen konnte, besuchte ich die Firma YUMAB und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Stöckheim (Science Campus). Zusammen mit der TU Braunschweig wird hier an einem Antikörpertherapeutikum gegen Corona geforscht. Damit wir auf zukünftige Pandemien besser vorbereitet sind, will das Land Niedersachsen die Forschung weiter stärken. Den politischen Antrag dazu habe bereits im Juli-Plenum vorgestellt. Doch auch der wissenschaftliche Nachwuchs muss in der Pandemie unterstützt werden. Dass ein digitales Semester ein reguläres nicht vollständig ersetzen kann, haben nach langen Verhandlungen auch unsere Koalitionspartner von der CDU einsehen müssen. So wird nun in Niedersachsen aufgrund der SPD-Initiative die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert.

Auch wenn uns die Pandemie noch einige Zeit begleiten wird und uns viel Kraft und Geduld abverlangt, konnten wir auch erleben, wie gelebte Solidarität aussieht. Wir haben gelernt, wie viel wir erreichen können, wenn wir gemeinsam handeln. Ich bin überzeugt: Gemeinsam schaffen wir das!

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